EINSATZ ÜBER BOSNIEN:
Frühjahr 1995: Die ersten Vorbereitungen laufen
an um ein Kontingent nach Italien zu verlegen. Für UNPROFOR werden
noch Taktische Luftaufklärer
benötigt. Zwar beruhigt die Geschwaderführung mit den Worten:"...jetzt
machen wir erst Mal weiter wie gewohnt, trinken ein Weißbier und
schauen nächste Woche weiter." Doch auch in der zweiten Staffel
werden Vorbereitungen getroffen. Im Sommer trifft ein, was schon vermutet
und vorbereitet wurde. Das Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" verlegt
mit sechs Tornados nach Piacenza in Italien.
Der damalige
Kommodore Oberst Eckard Sowada glättet die Wogen und verspricht: "Bis
Weihnachten seit ihr alle wieder Zuhause." Es wurde jedoch Weihnachten
2001 bevor sich sein Versprechen erfüllte, doch dazu später
mehr. Zunächst sind die Flieger aus Jagel gut motiviert, dürfen
jedoch nicht in die Luft. Bosnien wird von den Amerikanern mit ihren
unbemannten
Drohnen (UAV) aufgeklärt, über Italien dürfen die Aufklärer
auch nicht fliegen. Stimmen aus Lechfeld werden laut mit dem Tenor: "Was
machen die hier überhaupt, die sind doch überflüssig." Doch
die Partystimmung ist hervorragend. Erste Tiefflüge über Italien
laufen an und die Stimmung hellt sich auf. Als sich die Lage über
Bosnien plötzlich zuspitzt und die Amerikaner kurz hintereinander
zwei ihrer "Predators" (UAV) verlieren, tauchen die Jagelaner
ins Rampenlicht ein.
Sie werden ins Einsatzgebiet geschickt und liefern
hervorragende Bilder. Besatzungen der 512 sind mit dabei. Im CAOC werden
die Bilder dem UnitRep aus der Hand gerissen, jeder möchte so ein
Foto. Am 30.August 1995 wird eine französische Besatzung über
Bosnien abgeschossen und ist seitdem vermisst. Die Serben behaupten,
nichts von den Mirage-Piloten zu wissen. Als OTL Jürgen Artis, StaKa
der 512 Tigers, bei einem Flug über Bosnien einen Kurvenflug einleitet
und sein WSO die Kameras zufällig mitlaufen lässt, fotografieren
sie ein Waldgebiet in Grenznähe zu Serbien.
Ein Bildauswerter, der
bis spät in den Abend hinein den Film durchsah, entdeckte einen
ungewöhnlichen Punkt im Wald. Bei nähere Untersuchung stellt
es sich als ehemaliges Versteck der Franzosen heraus. Verhandlungen wurden
eingeleitet und die Besatzung konnte aus serbischer Gefangenschaft ausgelöst
werden. In den kommenden Jahren 1996 bis 1998 entspannte sich die Lage
auf dem Balkan. Das Friedensabkommen von Dayton wird durch die norddeutschen
Aufklärer überwacht. Piacenza zählte zu den Routineverpflichtungen
der Staffelangehörigen. Zwei bis dreimal im Jahr ging man dorthin,
flog, spielte Doppelkopf nach 512-Regeln und genoss die ausgesprochen
gute Gastfreundschaft der Italiener. Manch einer verirrte sich auf dem
Heimweg ins Hotel und war schon in Richtung Mailand unterwegs.
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